Die traurige Nachricht

Seit gestern haben auch die nicht lebensnotwendigen Läden in Irland wieder geöffnet. Ein weiterer Schritt zurück in die Freiheit — und eventuell eine Rückkehr zur Normalität.

Doch manchmal bleibt die Zeit einfach stehen. So wie im Leben unserer Freunde.

Am Samstag erreichte uns eine unerwartete, traurige Nachricht. Sie kam von einer geliebten Freundin, die wie wir in Irland lebt. Ihr Mann fühlte sich sehr unwohl am Freitagmorgen und sie mussten den Krankenwagen rufen. Er schaffte es leider nicht mehr bis zum Krankenhaus und verstarb noch während der Fahrt dorthin.

Worte können das einfach nicht ausdrücken, wie ich mich gefühlt hatte beim Lesen ihrer SMS. Ich bin nur dagestanden und hatte immer wieder den Kopf geschüttelt. Das kann doch einfach nicht wahr sein, oder? Und schon musste ich losheulen. Was würde ich ihr nur darauf antworten?

Ihr Mann, ein großer Teil ihres Lebens, wurde auf einmal aus ihrem Leben gerissen. Kann man in so einem Falle wirklich Trost spenden? Für meine Freundin blieb auf einmal die Zeit stehen. Es ist als wäre es ein schlimmer Traum aus dem sie endlich aufwachen möchte. Die Realität erscheint ihr komplett sinnlos momentan.

Für andere, hier in Irland, in Europa, und auf der ganzen Welt, geht das Leben, auch während so einer Pandemie, einfach weiter. Obwohl wir seit über einem Jahr dem “Tod” mehr als jemals zuvor ausgesetzt sind, denn er wird uns ja ständig vor Augen gehalten von den Medien und Regierungen und anderen Organisationen, beschäftigen wir uns nicht wirklich damit. Im Gegenteil, wir verdrängen das Sterben und wollen damit besser nichts zu tun haben — nicht mit dem anderer Menschen und schon gar nicht mit unserem eigenen.

Doch was, wenn wie im Falle meiner Freundin auf einmal ein geliebter Mensch aus unserem Leben gerissen wird? Dann brauchen wir Zuspruch und Trost von jemanden der uns ein gutes Stück weit auf unserem neuen Lebensabschnitt begleiten wird.

Nimm dir Zeit und Geduld für jemanden der dich braucht!

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Schrittweise zurück in die Freiheit?

Manchmal geht es nur in kleinen Schritten voran; ein anderes Mal machen wir mehr Fortschritte. Egal wie langsam oder schnell es vorangehen mag, es ist immer wieder Geduld angesagt.

Dachten wir nicht letztes Jahr noch, dass wir nur ein paar Wochen durchhalten müssten um diese Pandemie in den Griff zu bekommen? Doch die Wochen haben sich mittlerweile zu Monaten, ja zu einem ganzen Jahr sogar, entwickelt und es ist immer noch kein Ende in Sicht. Im Gegenteil, hier und dort, in diesem und jenem Lande, schnellen die Zahlen wieder in die Höhe. Und dort und dann sind erneut Einschränkungen angesagt.

In Irland geht es in kleinen Schritten voran. Ab dem 10. Mai, nach knapp 4 1/2 Monaten strengster Auflagen, wird uns wieder ein wenig mehr Freiheit gegönnt.

Wir, die Bewohner auf der Südseite der Insel mussten uns, seit Dezember 2020, innerhalb eines 5km Radius aufhalten (seit 26. April innerhalb der Heimat County / Grafschaft) und durften keinerlei unnötigen Fahrten unternehmen. Ab dem 10. Mai ist die Reise wieder außerhalb unserer Heimat-Grafschaft erlaubt.

Demnächst dürfen wir auch endlich wieder mit anderen Menschen zusammenkommen. Seither war das komplett tabu. Der Besuch eines anderen Haushalts wurde nicht erlaubt, weder außerhalb noch innerhalb der Wohnung — mit Ausnahme von Menschen aus zwei Haushalten die sich zum Sport- und Bewegungszweck an der frischen Luft treffen konnten. Ab 10. Mai wird das wieder etwas mehr gelockert: ein Maximum an 3 Haushalten oder 6 Menschen aus verschiedenen Haushalten dürfen im Garten (jedoch nicht drinnen im Haus) eines Haushaltes zusammenkommen.

Wie es mit dem Einkaufen hier weitergehen wird? Diejenigen Läden, die keinerlei lebensnotwendige Materialien verkaufen, dürfen ab dem 10. Mai endlich wieder „Click und Collect“ (Bestell- und Abholen) anbieten (sie mussten seit Januar komplett geschlossen bleiben) und eine Woche später können ihre Kunden sogar wieder den Laden betreten. Was für eine Erleichterung!

Was sonst noch erlaubt (geregelt) ist? Nun, wie in anderen Ländern auch, wird die Anzahl der erlaubten Gäste für Hochzeiten, Sporttraining, sowie zu Bestattungen und Gottesdiensten angehoben. Übrigens, der Gottesdienst wurde in Irland komplett auf „nur online“ beschränkt. Für viele Christen war das sehr hart in den letzten Monaten. Ab 10. Mai dürfen sie wieder im Kirchengebäude und mit einem Maximum an 50 Teilnehmern den Gottesdienst feiern.

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Da hätte es beinahe gekracht

Letzte Woche sind wir nach einiger Zeit mal wieder in der naheliegenden Stadt beim Einkaufen gewesen. Dort gibt es, neben verschiedenen anderen Supermärkten, auch einen Lidl und einen Aldi. Achja, nicht zu vergessen wäre der Polenladen. Der ist nämlich momentan unser Lieblingsladen, denn der hat so gut wie alles was wir brauchen.

Wir fuhren mit dem Auto in der Stadt und um eine Kurve herum um danach links abzubiegen. Da sahen wir ihn: Den Schwertransporter, der ein Mobile Home (transportable Wohneinheit, also quasi ein Haus auf Rädern oder so eine Art übergroßer Wohnwagen für’s Dauerwohnen) geladen hatte.

Naja, oder falls es eine doppelt so breite transportable Wohneinheit ist, wie in dem Fall oben, dann die Hälfte davon.

Da hatte es beinahe gekracht, hätte er nicht noch vor der Brücke gestoppt. Der Grund? Nun, da gab’ es ein kleines Problem: Die Ladung war zu hoch und somit konnte das Fahrzeug nicht unter der niedrigen Brücke hindurchfahren.

Übrigens, solche Transporter sind in unserer Gegend normalerweise (mit Ausnahme zu Zeiten einer Pandemie, natürlich) öfters unterwegs. Wobei die Straßen doch ziemlich knapp, sehr kurvenreich und unübersichtlich sind, schaffen sie es immer wieder ein solches Heim an den dafür geschaffenen Ort zu bringen.

Dem Schwertransporter fährt meistens ein PKW mit Warnlicht voraus. Wenn du ihm begegnest erkennst du oft gleich was ihm folgt, denn das Auto hält sich mehr in der Mitte als in der Spur seiner Straßenseite.

Quer durch Irland siehst du die Mobile Homes hier und dort auf einem Stück Land stehen, hauptsächlich jedoch in Mobile Home, das heißt Holiday (Urlaub) Parks. Hier, entlang der Küste und im Südosten Irlands, befinden sich einige dieser Parks. Deshalb sehen wir diese mit Häusern beladenen Schwertransportern hin und wieder. Und so manches Mal schon hatten wir dabei laut gedacht und gesagt: “Da hätte es aber beinahe gekracht!”

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Eintönig und Gelb

Wir waren neulich unterwegs und ich hatte meine Kamera dabei. Klar, Schnappschüsse mach‘ ich hin und wieder auch mit dem Handy. Aber mit einer richtigen Kamera, die eigens für das Fotografieren hergestellt wurde, gelingen die Bilder doch oft viel besser.

Nun, jedenfalls traf ich auf diesen schönen Löwenzahn in seiner vollen Blüte. Gelb oder nicht, egal, das Foto musste sein. Das Objektiv noch ein wenig besser eingestellt um dann auf den Auslöser zu drücken, da setzte sich doch glatt diese Fliege mitten ins Bild!

Seit 2020 hat die Farbe Gelb irgendwie einen bitteren Beigeschmack bekommen. Man ist ihr mittlerweile überall ausgesetzt. Im Ort trifft man heute auf die gelben Warnschilder, sei es an der Tür oder im Eingang des Supermarktes, auf dem Boden im Laden oder vor einer Takeaway (Eis zum Mitnehmen) Eisdiele. Selbst vor den Parks und an den Strandeingängen sieht man die Schilder.

Bist du schon einmal gefragt worden, oder hattest du die folgende Frage an jemanden gestellt: „Was gibt es Neues?“

Es gibt nichts Neues unter der Sonne steht im Buch des Predigers (1:9) geschrieben. Im gleichen Kapitel, nur ein paar Verse zuvor, heißt es, dass der Ablauf des Lebens immer und immer wieder derselbe ist: Die Sonne geht auf. Die Sonne geht unter. Der Wind weht mal hin und dann mal her. Die Flüsse laufen ins Meer und dann fließt das Wasser wieder zurück in den Fluß.

Klingt das nicht genauso eintönig wie unser momentanes Leben? Und doch scheint alles viel aufregender abzulaufen. Viele von uns sind gereizt, d.h. unsere Nerven liegen blank. Sollte etwas in unserem Leben passieren, das wir sonst leichter weggesteckt hätten, scheint der jeweilige Vorfall um einiges intensiver zu sein.

Doch alles hat seine Zeit, erzählt uns der Prediger im dritten Kapitel. Und wir dürfen nicht verzweifeln, sondern wir müssen dem Guten nachjagen! Was könnte man während so einer weltweiten Pandemie (noch) Gutes finden? Einiges!

Ich möchte gerne mehr darauf eingehen, euch ein paar Beispiele aus meinem Leben in Irland erzählen, aber nicht im heutigen Beitrag. Sonst wird es zu viel.

Deswegen verbleibe ich heute mal mit einer Frage: Glaubst du, dass es jemanden gibt, der weiß was gut für dich ist; und jemand der deine Zukunft kennt?

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Pizza mit Pommes

Pizza und Pommes? Ich weiß nicht mehr wo genau und wann in Irland wir dieser Kombination zum ersten Mal begegnet sind, auf jeden Fall stehen bei uns seither öfters mal Pizza und Pommes auf dem Menüplan.

Zugegeben, die Pommes Frittes stehen oft in Verbindung eines Menüs auf der Speisekarte, zum Beispiel: Pizza mit Hähnchen-Nuggets und Pommes. Im Englischen wären das dann natürlich: Pizza, chicken nuggets and chips. Chips? Ja, darauf komme ich etwas später zurück.

Pizza heißt Pizza. Das ist klar. Und da kann man nicht viel falsch machen. Der Grundteig ist unterschiedlich, so wie die Geschmäcker eben auch. Schließlich gibt es eine Vielzahl an Köchen, äm Pizzabäcker, und Zubereitungsweisen. Der Pizzabelag ist hier nicht viel anders als das was man so von Deutschland her kennt. Nunja, es sei denn ich diskutiere das mit unseren italienischen Freunden. Für die sind manche Zutaten einfach unvorstellbar auf der Pizza. Und dann wären da noch eine britische Familie die wir kennen, ohje, was da so auf die Pizza kommt. Aber, all das erzähl‘ ich euch mal in einem gesonderten Beitrag.

Pommes Frites sind nicht gleich Pommes Frittes und das fängt schon bei der Namensgebung an. In Irland nennt man sie nämlich Chips. Die darf man nicht verwechseln mit den Crisps, denn so werden die knusperigen Kartoffelchips hier genannt.

Knusprige Fritten gefällig?

Im Normalfall sieht die Kartoffelbeilage noch ziemlich blass aus, wenn sie serviert wird und ist außerdem noch weich. Deshalb ist „crisp“ ein äußerst hilfreiches Wort. Du brauchst es nicht nur um im Supermarkt nach dem Regal mit den Kartoffelchips zu fragen, sondern auch bei der Bestellung von Pommes, besonders wenn du die Fritten etwas bräunlich und knuspriger bevorzugst.

Übrigens, falls es nun doch Fish & Chips (Fisch und Pommes Frittes) und nicht Pizza zum Dinner sein soll, dann solltest du dir dieses Wort in dein Wörterbuch schreiben: Chipper. Das ist umgangsprachlich für „Fish & Chip Shop“ in Irland.

Guten Appetit!

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