Schrittweise zurück in die Freiheit?

Manchmal geht es nur in kleinen Schritten voran; ein anderes Mal machen wir mehr Fortschritte. Egal wie langsam oder schnell es vorangehen mag, es ist immer wieder Geduld angesagt.

Dachten wir nicht letztes Jahr noch, dass wir nur ein paar Wochen durchhalten müssten um diese Pandemie in den Griff zu bekommen? Doch die Wochen haben sich mittlerweile zu Monaten, ja zu einem ganzen Jahr sogar, entwickelt und es ist immer noch kein Ende in Sicht. Im Gegenteil, hier und dort, in diesem und jenem Lande, schnellen die Zahlen wieder in die Höhe. Und dort und dann sind erneut Einschränkungen angesagt.

In Irland geht es in kleinen Schritten voran. Ab dem 10. Mai, nach knapp 4 1/2 Monaten strengster Auflagen, wird uns wieder ein wenig mehr Freiheit gegönnt.

Wir, die Bewohner auf der Südseite der Insel mussten uns, seit Dezember 2020, innerhalb eines 5km Radius aufhalten (seit 26. April innerhalb der Heimat County / Grafschaft) und durften keinerlei unnötigen Fahrten unternehmen. Ab dem 10. Mai ist die Reise wieder außerhalb unserer Heimat-Grafschaft erlaubt.

Demnächst dürfen wir auch endlich wieder mit anderen Menschen zusammenkommen. Seither war das komplett tabu. Der Besuch eines anderen Haushalts wurde nicht erlaubt, weder außerhalb noch innerhalb der Wohnung — mit Ausnahme von Menschen aus zwei Haushalten die sich zum Sport- und Bewegungszweck an der frischen Luft treffen konnten. Ab 10. Mai wird das wieder etwas mehr gelockert: ein Maximum an 3 Haushalten oder 6 Menschen aus verschiedenen Haushalten dürfen im Garten (jedoch nicht drinnen im Haus) eines Haushaltes zusammenkommen.

Wie es mit dem Einkaufen hier weitergehen wird? Diejenigen Läden, die keinerlei lebensnotwendige Materialien verkaufen, dürfen ab dem 10. Mai endlich wieder „Click und Collect“ (Bestell- und Abholen) anbieten (sie mussten seit Januar komplett geschlossen bleiben) und eine Woche später können ihre Kunden sogar wieder den Laden betreten. Was für eine Erleichterung!

Was sonst noch erlaubt (geregelt) ist? Nun, wie in anderen Ländern auch, wird die Anzahl der erlaubten Gäste für Hochzeiten, Sporttraining, sowie zu Bestattungen und Gottesdiensten angehoben. Übrigens, der Gottesdienst wurde in Irland komplett auf „nur online“ beschränkt. Für viele Christen war das sehr hart in den letzten Monaten. Ab 10. Mai dürfen sie wieder im Kirchengebäude und mit einem Maximum an 50 Teilnehmern den Gottesdienst feiern.

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Da hätte es beinahe gekracht

Letzte Woche sind wir nach einiger Zeit mal wieder in der naheliegenden Stadt beim Einkaufen gewesen. Dort gibt es, neben verschiedenen anderen Supermärkten, auch einen Lidl und einen Aldi. Achja, nicht zu vergessen wäre der Polenladen. Der ist nämlich momentan unser Lieblingsladen, denn der hat so gut wie alles was wir brauchen.

Wir fuhren mit dem Auto in der Stadt und um eine Kurve herum um danach links abzubiegen. Da sahen wir ihn: Den Schwertransporter, der ein Mobile Home (transportable Wohneinheit, also quasi ein Haus auf Rädern oder so eine Art übergroßer Wohnwagen für’s Dauerwohnen) geladen hatte.

Naja, oder falls es eine doppelt so breite transportable Wohneinheit ist, wie in dem Fall oben, dann die Hälfte davon.

Da hatte es beinahe gekracht, hätte er nicht noch vor der Brücke gestoppt. Der Grund? Nun, da gab’ es ein kleines Problem: Die Ladung war zu hoch und somit konnte das Fahrzeug nicht unter der niedrigen Brücke hindurchfahren.

Übrigens, solche Transporter sind in unserer Gegend normalerweise (mit Ausnahme zu Zeiten einer Pandemie, natürlich) öfters unterwegs. Wobei die Straßen doch ziemlich knapp, sehr kurvenreich und unübersichtlich sind, schaffen sie es immer wieder ein solches Heim an den dafür geschaffenen Ort zu bringen.

Dem Schwertransporter fährt meistens ein PKW mit Warnlicht voraus. Wenn du ihm begegnest erkennst du oft gleich was ihm folgt, denn das Auto hält sich mehr in der Mitte als in der Spur seiner Straßenseite.

Quer durch Irland siehst du die Mobile Homes hier und dort auf einem Stück Land stehen, hauptsächlich jedoch in Mobile Home, das heißt Holiday (Urlaub) Parks. Hier, entlang der Küste und im Südosten Irlands, befinden sich einige dieser Parks. Deshalb sehen wir diese mit Häusern beladenen Schwertransportern hin und wieder. Und so manches Mal schon hatten wir dabei laut gedacht und gesagt: “Da hätte es aber beinahe gekracht!”

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Eintönig und Gelb

Wir waren neulich unterwegs und ich hatte meine Kamera dabei. Klar, Schnappschüsse mach‘ ich hin und wieder auch mit dem Handy. Aber mit einer richtigen Kamera, die eigens für das Fotografieren hergestellt wurde, gelingen die Bilder doch oft viel besser.

Nun, jedenfalls traf ich auf diesen schönen Löwenzahn in seiner vollen Blüte. Gelb oder nicht, egal, das Foto musste sein. Das Objektiv noch ein wenig besser eingestellt um dann auf den Auslöser zu drücken, da setzte sich doch glatt diese Fliege mitten ins Bild!

Seit 2020 hat die Farbe Gelb irgendwie einen bitteren Beigeschmack bekommen. Man ist ihr mittlerweile überall ausgesetzt. Im Ort trifft man heute auf die gelben Warnschilder, sei es an der Tür oder im Eingang des Supermarktes, auf dem Boden im Laden oder vor einer Takeaway (Eis zum Mitnehmen) Eisdiele. Selbst vor den Parks und an den Strandeingängen sieht man die Schilder.

Bist du schon einmal gefragt worden, oder hattest du die folgende Frage an jemanden gestellt: „Was gibt es Neues?“

Es gibt nichts Neues unter der Sonne steht im Buch des Predigers (1:9) geschrieben. Im gleichen Kapitel, nur ein paar Verse zuvor, heißt es, dass der Ablauf des Lebens immer und immer wieder derselbe ist: Die Sonne geht auf. Die Sonne geht unter. Der Wind weht mal hin und dann mal her. Die Flüsse laufen ins Meer und dann fließt das Wasser wieder zurück in den Fluß.

Klingt das nicht genauso eintönig wie unser momentanes Leben? Und doch scheint alles viel aufregender abzulaufen. Viele von uns sind gereizt, d.h. unsere Nerven liegen blank. Sollte etwas in unserem Leben passieren, das wir sonst leichter weggesteckt hätten, scheint der jeweilige Vorfall um einiges intensiver zu sein.

Doch alles hat seine Zeit, erzählt uns der Prediger im dritten Kapitel. Und wir dürfen nicht verzweifeln, sondern wir müssen dem Guten nachjagen! Was könnte man während so einer weltweiten Pandemie (noch) Gutes finden? Einiges!

Ich möchte gerne mehr darauf eingehen, euch ein paar Beispiele aus meinem Leben in Irland erzählen, aber nicht im heutigen Beitrag. Sonst wird es zu viel.

Deswegen verbleibe ich heute mal mit einer Frage: Glaubst du, dass es jemanden gibt, der weiß was gut für dich ist; und jemand der deine Zukunft kennt?

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Pizza mit Pommes

Pizza und Pommes? Ich weiß nicht mehr wo genau und wann in Irland wir dieser Kombination zum ersten Mal begegnet sind, auf jeden Fall stehen bei uns seither öfters mal Pizza und Pommes auf dem Menüplan.

Zugegeben, die Pommes Frittes stehen oft in Verbindung eines Menüs auf der Speisekarte, zum Beispiel: Pizza mit Hähnchen-Nuggets und Pommes. Im Englischen wären das dann natürlich: Pizza, chicken nuggets and chips. Chips? Ja, darauf komme ich etwas später zurück.

Pizza heißt Pizza. Das ist klar. Und da kann man nicht viel falsch machen. Der Grundteig ist unterschiedlich, so wie die Geschmäcker eben auch. Schließlich gibt es eine Vielzahl an Köchen, äm Pizzabäcker, und Zubereitungsweisen. Der Pizzabelag ist hier nicht viel anders als das was man so von Deutschland her kennt. Nunja, es sei denn ich diskutiere das mit unseren italienischen Freunden. Für die sind manche Zutaten einfach unvorstellbar auf der Pizza. Und dann wären da noch eine britische Familie die wir kennen, ohje, was da so auf die Pizza kommt. Aber, all das erzähl‘ ich euch mal in einem gesonderten Beitrag.

Pommes Frites sind nicht gleich Pommes Frittes und das fängt schon bei der Namensgebung an. In Irland nennt man sie nämlich Chips. Die darf man nicht verwechseln mit den Crisps, denn so werden die knusperigen Kartoffelchips hier genannt.

Knusprige Fritten gefällig?

Im Normalfall sieht die Kartoffelbeilage noch ziemlich blass aus, wenn sie serviert wird und ist außerdem noch weich. Deshalb ist „crisp“ ein äußerst hilfreiches Wort. Du brauchst es nicht nur um im Supermarkt nach dem Regal mit den Kartoffelchips zu fragen, sondern auch bei der Bestellung von Pommes, besonders wenn du die Fritten etwas bräunlich und knuspriger bevorzugst.

Übrigens, falls es nun doch Fish & Chips (Fisch und Pommes Frittes) und nicht Pizza zum Dinner sein soll, dann solltest du dir dieses Wort in dein Wörterbuch schreiben: Chipper. Das ist umgangsprachlich für „Fish & Chip Shop“ in Irland.

Guten Appetit!

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Zuhause in Irland

Hattest du auch schon schon Sehnsucht nach „zuhause“; ich meine so richtiges Heimweh? Früher, als ich noch klein war, hatte ich das öfters. Es hatte mich dann immer große Überwindung gekostet irgendwo anders übernachten. Ich wollte einfach nicht in der Ferne sein! Alles war so fremd, so ungewohnt dort.

Mit der Zeit, und nach ein paar größeren Umzügen nach und innerhalb den USA, hat sich das geändert. Und seit wir auf der Insel wohnen ist es nicht mehr vorgekommen, dass ich Heimweh hatte. Nunja, eigentlich schon, nämlich immer während eines Hinflugs (nach Deutschland), jedoch nie beim Rückflug. Der Landeanflug war immer eine große Erleichterung für mich: „Endlich wieder zuhause in Irland!“

Im letzten Jahr hat sich das doch nochmal geändert. Irgendwie ist mir diese Pandemie schon ein paar Mal sehr nahe gegangen. Und dabei passierte es wohl: Ich bekam ein paar leichte Rückfälle von Heimweh. Was ich so sehr dabei vermisst hab‘ weiß ich nicht mehr genau.

Irland ist herrlich schön. Hier lebt es sich gut und die Menschen in unserer kleinen Ortschaft sind sehr nett. Wir haben einige Freunde in der näheren Umgebung. Seit zehn Jahren nun leben wir auf der grünen Insel. Irland ist jetzt unser Zuhause.

Warum also das Heimweh? Ich denke es war wohl eher ein Verlangen nach dem Vertrauten wie ich es von früher her gekannt hatte — etwas das mir übermitteln würde, dass alles nicht so schlimm ist und bald vorüber sein wird. Ehrlich gesagt, ich kann es nicht so genau sagen. Vielleicht geht es euch ja auch so während dieser seltsamen Zeit.

Die Insel ist wirklich etwas ganz besonderes. Das fängt bei Nacht mit dem Mond und den Sternen am Himmel an und geht über den Tag hinweg weiter. Der Himmel scheint mir hier viel breiter, größer, klarer zu sein. Ich kann’s nicht recht erklären. Ach, wenn ich es euch nur zeigen könnte! Hm, dazu müsste Stefan mal die Kamera hervorholen um und ein paar Fotos zu machen, denn der ist unser Tech-Guy und Photograph hier.

In zukünftigen Beiträgen wird es mehr über den Himmel über Irland geben. Also, dranbleiben!

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